Sonntag, 4. Oktober 2009

Meine Näh-Geschichte...

Da ich gerade ein wenig erkältet bin und daher keinen richtiges Antrieb zum nähen, erzähl ich Euch eben (m)eine Geschichte.


Wie ich zum Nähen kam…

Ich vermute dass ich in meinen Genen von meiner Mutti und meiner Oma einiges mitbekommen habe.
Meine Oma hat früher für die eine oder andere Nachbarin Gardinen genäht. Später dann für meine Schwester und mich Kleider. Wir hatten immer die gleichen Kleider nur halt in verschiedenen Größen. Schnittmuster gab es glaube ich nur wenige. Ich denke meine Oma hat ganz viele eigene Ideen einfließen lassen.

Dann gab es da noch meine Jugendweihe. Da ich eher zu den kleineren Menschen gehöre war es schwierig bis unmöglich für mich altersgerechte schicke Kleidung zu bekommen. Also hat mir meine Oma meine Jugendweihekleidung genäht, so wie auch vorher mein Schuleingangskleid. Zur Jugendweihe gab es einen schwarzen Stufenrock und eine weiße Rüschenbluse. Wir mussten nur noch die Strümpfe und Schuhe organisieren. Die Gefahr dass jemand anderes das Gleiche anhatte war nicht gegeben. Zwei Mädels aus meiner Klasse hatten da weniger Glück. Ich denke nach dem anfänglichen Ärger haben sie das Beste draus gemacht.

Meine Mutti nähte auch. Mir, dem ganz schmalen Mädchen, Hosen mit Gummizug. Hosen von der Stange passten mir nicht. Und dann nähte sie auch Jacken. Jeansstoff gab es zu kaufen, als Futterstoff wurden gestreifte Schlafanzüge von Opa genommen oder Bettlacken eingefärbt. Die Bettlacken wurden auch hin und wieder als Außenstoff genommen. Not macht eben erfinderisch.
Ich kenne Niemanden welcher so was Genähtes damals anhatte.

Nach der Wende gab es Alles zu kaufen. Selbst ich konnte dann Kleidung von der Stange tragen. Und somit lag die Näherei bei Oma und Mutti brach. Es war ja kein Grund mehr da. Für Änderungen in der Länge z.b. bei Hosen kaufte sich meine Mutti eine neue Nähmaschine. Sooo oft kommt die aber nicht zum Einsatz.

Als wir dann unser Haus planten und es fest stand dass ich ein eigenes Zimmer bekomme, wusste ich gleich – dann schaffe ich mir eine Nähmaschine an-. Ich wusste zwar noch nicht so richtig was ich damit machen werde, das würde sich aber schon finden.
Somit zog ich mit Nähmaschine in mein Zimmer ein.

Ich streifte dann hin und wieder durch unser Kaufhaus und kaufte den einen oder anderen Bur..-Schnitt. Die Stoffauswahl war riesig, aber eher was für die ältere Generation. Da ich ja erst mal üben musste, fand ich meine ersten Stoffe in der Wühlkiste. Das ging schon.
Irgendwann fand ich dann einen Internetshop und bestellt dort kinderfreundlichere Stoffe.
Ich übte weiter, nähte mal auf die schnelle eine Faschingskostüm-Maus aus Fleece, stellte allerlei Fragen hier und da und belass mich in Foren.




Einen Nähkurs an der Volkshochschule besuchte ich auch. Der brachte mir nicht viel, da wir 1. dort nicht vor Ort nähen konnten, sondern nur hefteten und zu Hause nähen sollten und ich 2. eigentlich nicht lernen wollte wie man einen Rock mit Bund und Abnähern näht.
Ich hatte mir erhofft das ich mehr meine Fragen beantwortet bekomme was das Nähen mit der Maschine angeht. Mir wurde gesagt dann soll ich mal die Maschine mitbringen. Habe ich aber nicht gemacht.
Im Nähkurs ist nicht viel geworden. Ich finde Grundlegendes hat gefehlt. Man kann nicht mit einem schweren Rock anfangen, wo viele vielleicht noch nicht mal ein Kirschkernkissen nähen können.
Mein Rock ist bis heute nicht fertig. Ich habe aber auch nur irgendeinen Reststoff dafür genommen. Der Kurs hat mir also nicht geholfen. Es waren nette Abende, mehr aber auch nicht. Für mich hieß es also weiter im Internet recherchieren, lesen und Fragen stellen. Unterm Strich habe ich mir also das Nähen selber beigebracht.
Jeder der sich dafür interessiert bekommt das hin.

Bis dahin habe ich aber nach wie vor nur an der Oberfläche der Nähwelt gekratzt. Ich wusste noch nichts vom Sog der einen in die Tiefen des Nähens reißen kann.
*******************************************
Teil 2 dann morgen...

Kommentare:

  1. Tolle Geschichte und ich kann sie nachvollziehen, habe zum Glück meine Jugendweihesachen aus dem Wes... bekommen. Bei uns hatten auch einige das gleiche an. Bin schon gespannt auf Teil 2.


    LG Grit

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Grit, meine Schuhe und die Strümpfe habe ich auch von dort, denn selbst Schuhe hätte ich keine altersgerechten hier bekommen...ist schon manchmal mist wenn man so klein ist. Da mein Mann groß ist habe ich Hoffnung das meine Tochter mit der Größe zwischen uns beiden liegen wird.

    LG Mandy

    AntwortenLöschen
  3. lol, eine schoene Geschichte. Also die Bettlakenklamotten gab es bei mir auch. Meine Mum hatte irgendwie noch uralte Stoffe in den Schraenken, eigentlich nicht mal schlechte Popeline und der Wunsch was besonderes zu haben, gab mir schon vor der Wende den kick fuer mich was zu naehen und sogar auch fuer Klassenkameraden. Damals benutzte ich unsere uralte Singermaschine (noch zum Treten und mit Intarsien), die funktioniert sogar noch heute (nur benutzt sie keiner mehr)

    AntwortenLöschen
  4. meine Mutti nähte auch auf so einer....für uns Kinder war das Fußpedal am interessantesten...komisch das ich nicht mal in Nadelarbeit in der Schule war...nun habe ich ja alles aufgeholt...

    Mandy

    AntwortenLöschen