Montag, 5. Oktober 2009

Teil 2 der Geschichte...

Ich bekam immer die Klatsch-Zeitschriften oder auch Frauen-Zeitschriften meiner Oma weiter gereicht. Ich konnte Auskunft geben zu allen Königshäusern. Viele Reportagen waren auch drin. Eines Tages las ich über Frauen was sie so in Ihrer Elternzeit machen. Einige hatten nebenbei ein Gewerbe angemeldet und verdienten Geld mit ihrem Hobby. Es war ein super interessanter Bericht von Sanna von der buntennadel drin.
Da die Internetadresse auch dabei war, schaute ich gleich nach.

Wow, was man alles so nähen konnte, und die Stoffe erst….Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu schauen. Und dann gab es ja noch die Linklisten. Denen bin dann gefolgt. Da kam man dann zu farbenmix und zu deren Galerie und zu gaaanz vielen anderen Näherinnen. Das wollte ich auch können. Ich fand Stoffhändler und hörte das erste Mal von holländischen Stoffen.

Ganz unbemerkt von mir zog es mich immer tiefer in den „Nähwahnsinn“. Wenn man einmal daran „erkrankt“ ist kommt man nicht mehr davon los. Immer wieder schaut man sich bei den anderen an, was die wieder Tolles zustande gebracht haben. Lernt wieder dazu, probiert weiter.

Eines Tages zog dann eine Overlock bei mir ein. Ich wollte auch so schöne Nähte haben. Was habe ich am Anfang gekämpft mit der. Das Faden einfädeln was ein Graus. Ich habe Abende zugebracht. Nun kommen wir beide miteinander zurecht.

Eine ganze Zeit lang habe ich meine Applikationen selber gemacht, oft mit Hilfe meiner Schwester, da diese auch eine kreative Ader hat. Wie sah unser Bügeleisen aus. Mein Mann wollte mir schon ein Verbot für die Nutzung geben. Ich hätte ja auch ein altes „Eisen“ nehmen können, aber ich hatte unser Wäsche-Bügeleisen genommen. Mein Mann hat es netterweise immer gesäubert. Daraus wuchs dann der Wunsch nach einer Stickmaschine.

Seit 1,5 Jahren darf ich auch eine mein Eigen nennen. Und ich bin glücklich. Auch wir mussten uns erst anfreunden.

Auf meinem Arbeitstisch stehen nun 3 Maschinchen.
Selbst die erste normale Nähmaschine ist nach wie vor im Einsatz.

Es gibt Tage da habe ich Lust zu nähen, man könnte es auch Entzugserscheinungen nennen, aber ich weiß nicht so richtig was. Da geh ich einfach in mein Nähzimmer und krame ein wenig rum oder schau mir im Internet schöne Nähresultate an.

Stoff und Schnitte kaufe ich nun nicht mehr in meinem Kaufhaus. Darüber lächle ich jetzt. Jeder hat ja aber mal klein angefangen. Mittlerweile habe auch ich seit 3 Jahren ein Gewerbe angemeldet. Ich mache es nicht hauptberuflich, aber es ist ein großes Hobby und ein schöner Ausgleich zu meinem Haupt-Job im Büro einer Firma. Und da ich nicht alles behalten kann und möchte, darf ich es eben offiziell auch verkaufen.
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es gibt noch einen 3. Teil meiner Geschichte......

Kommentare:

  1. Hallo Mandy,
    ich weis gar nicht mehr wie ich zu Farbenmix gekommen bin, aber scheinbar auch irgendwie durch rumklicken im Internet. Meine ersten Schnitte waren Greetje, Taja, Redondo, Kim und Paula glaube ich. Ich hab ja direkt Schneiderin gelernt, da ich keine Lust hatte in einer Großküche zu landen. ( das war der letzte Lehrberuf der beim " Ausbildungberater" noch übrig war) . War ja noch DDR Zeit und ich wollte erst unbedingt Friseurin werden, was mir der Arzt aber durch meine angeblichen Senk- und Spreizfüße versaut hat. Durch Beziehung bekam ich noch einen Platz in einem großen Bekleidungsbetrieb.


    LG Grit

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  2. Hallo Grit,
    wenn ich heute noch mal einen Beruf mir aussuchen könnte würde ich auch was anderes machen. Eigentlich geht´s mir aber gut in meinem Job, kann nicht klagen. Toll ist es aber schon wenn das Hobby auch der Beruf ist. Darüber habe ich aber damals nicht nachgedacht. Nach vielen Absagen hatte ich mich auf eine Anzeige gemeldet von einer großen Firma und schwups es hatte geklappt.
    Dafür genieße ich mein Hobby nun um so mehr.

    LG Mandy

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